Ausblick Saison 2018

05. November • Kategorie: Allgemein • Tags: Ironman, Saison 2018, Triathlon

Da ich immer wieder gefragt werde, ob und wie es für mich weitergeht, hier ein Update.

Die Zeit nach meinem letzten Rennen war nicht sehr einfach für mich, doch mittlerweile hatte ich Zeit zum Nachdenken und auch meine Gedanken wurden wieder klar, um mich mit meinem weiteren Werdegang im Triathlon zu befassen.

Um ehrlich zu sein, hatte ich überhaupt keine Lust mehr auf Leistungssport. Ich habe besonders über meine letzten 4 Jahre im Triathlon nachgedacht und alles, was ich bisher gemacht habe, in Frage gestellt. Vergleiche mit anderen Personen sollte man nicht ziehen, aber das ist einfacher gesagt als getan.

Eigentlich hatte ich vor vier Jahren nur mal aus Spaß an einem Triathlon teilgenommen, doch schnell wollte ich mehr und hatte das Gefühl, dass ich auch mehr erreichen kann. Also habe ich besonders in den letzten drei Jahren meinen Alltag komplett dem Sport untergeordnet. Anfangs hatte ich nur gehört, dass Triathlon eine Lebenseinstellung sei. Mittlerweile weiß ich auch warum.

2015 habe ich dann die Entscheidung getroffen, trotz Vollzeitjob, als Profi zu starten weil ich mich direkt mit den Besten messen wollte. Mir war bewusst, dass meine Trainingsumstände keinesfalls denen eines Vollprofis entsprechen, aber ich habe geglaubt meinen Weg durch harte Arbeit dahin gehen zu können.

Im Grunde genommen habe ich nichts anderes gemacht, als die meisten Agegroup-Athleten auch. Nämlich vor und nach der Arbeit hart und zeitintensiv trainiert und das fast 11 Monate im Jahr. Ende 2016 habe ich bereits gemerkt, wie müde mich die Doppelbelastung eigentlich macht und in diesem Jahr wurde mir endgültig „der Stecker gezogen“. Das Schwierigste war nicht die Verletzung und das nicht erreichen der gesteckten Ziele, sondern das fehlende Privatleben und der ständige Stress. Deshalb ist es für mich unvorstellbar noch ein weiteres Jahr so durchzuziehen.

Kurz gesagt: Als Profi werde ich 2018 nicht mehr starten.

Für mich ist das kein Rückschritt. Vielmehr habe ich eingesehen, dass meine momentanen sportlichen und beruflichen Umstände nicht zu einem Leben als Profi passen. Zumindest nicht zu dem, um meine hoch gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen.

Den Sport ganz aufgeben werde ich jedoch nicht, sondern den Aufwand meinen privaten Umständen anpassen. Meine Motivation fürs Training war immer bei Rennen zu starten. Deshalb habe ich vor im nächsten Jahr an zwei Langdistanzen teilzunehmen.

Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um zwei nach vorne zu machen.

Foto: Isaak Papadopoulos (weitsprung.de)

4 Kommentare

  1. Sehr gut !
    Spaß am Sport !
    Und nicht der Sklave von den Leistungszielen …!
    Viel Privatleben Glück und Spaß am Sport
    Wünschen Dir 3 Arnolds

  2. Kann ich nur zu gut verstehen. Ich wünsche Dir trotzdem weiterhin den Erfolg, den es braucht um mit sich und seinem Leben zufrieden zu sein und Glück und Zufriedenheit zu empfinden, egal ob im Sport oder privat. Alles Gute

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